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Struktur Master

Facebook-Gruppen statt T-Shirt-Botschaften

Wettstein untersucht den Einsatz der Gruppenfunktion von Facebook unter besonderer Berücksichtigung der politischen Partizipation. Sein Ziel ist dabei die theoretische Einordnung der Partizipationsform und die Beschreibung einer Methode zur Charakterisierung der einzelnen Nutzungsfälle (Wettstein S. 4)

Der Artikel ist schön wissenschaftlich aufgebaut.
Der Forschungsgegenstand wird beschrieben, eine Forschungshypothese aufgestellt, die Untersuchungsmethode wird diskutiert. Zum Schluss werden die Ergebnisse präsentiert und diskutiert.

Facebook-Gruppen bieten die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion. Dem stellt Wettstein die tatsächliche Nutzung durch die Anwender gegenüber, die nicht zwingend der ursprünglichen Absicht dient.

„Gerade Anwendungen der neuen Medien können sich im Zuge der Aneignung durch ihre Nutzer verändern und neue Funktionen annehmen, die vom Erfinder nicht intendiert waren.“
(Wettstein S.7)

Re-Invention nennt Wettstein das. Dass sich diese Umnutzung nicht nur auf die neuen Medien bezieht, habe ich diese Woche auch schon bei Leggewie gehört.

Für politische Facebook-Gruppen sieht Wettstein zwei bedeutende Umnutzungen. (Wettstein S. 7,8)

  • Facebook-Gruppen als Petition
    Die Gruppengröße und die Zugehörigkeit zur Gruppe ist wichtiger als die Gruppe als Diskussionsplattform oder Gemeinschaft.
  • Facebook-Gruppen als Signal
    Die Selbstdarstellung, Selbstinszenierung ist wichtig. Unterstützt wird das durch die Tatsache, dass der Beitritt zu einer Facebookgruppe automatisch als Info an die Facebookfreunde gemeldet wird.

Wettstein bringt den wahrscheinlich sehr zutreffenden Vergleich, dass Facebook-Gruppen wie T-Shirt-Botschaften, Stoßstangenaufkleber oder Anstecknadeln genutzt werden. Mithin sind Facebookgruppen keine neue Partizipation in der politischen Welt sondern die Anwendung bereits etablierter Partizipationsformen im Social Web. (Wettstein S.9)

In seiner Untersuchung wird Wettstein danach fragen, ob Facebook-Gruppen vorrangig als Petition oder als Signal genutzt werden.
Dazu hat er drei Hypothesen aufgestellt:

  • H1: In Gruppen mit klaren politischen Aussagen beteiligt sich nur ein kleiner Teil der Mitglieder an internen Diskussionen.
  • H2: Das Wachstum von Facebook-Gruppen, deren Titel humorvoll oder neutral gehalten ist, zeichnet sich durch eine starke intrinsische Motivation aus.
  • H3: Das Wachstum von Facebook-Gruppen deren Titel a) explizite ideologische und politische Aussagen machen oder b) beleidigend oder radikal sind, zeichnet sich durch starke extrinsische Motivation und Hemmung aus.

Der wissenschaftlichen Gepflogenheit entsprechend geht Wettstein kurz auf bestehende Literatur und Studien zur Beobachtung von Facebook-Gruppen ein. (Wettstein S. 10f) Spannend finde ich, dass sich der Autor für eine Untersuchungsmethode entscheidet, die entwickelt wurde, um die Verbreitung von Konsumgütern zu untersuchen. Die klassischen Methoden der Erforschung von Online-Kommunikation hält Wettstein für seinen Forschungsgegenstand für nicht geeignet.
Die Untersuchung findet am Beispiel von Facebook-Gruppen als Reaktion („Anschlusskommunikation“ Wettstein S. 13) auf das Minarett-Verbot 2009 in der Schweiz statt. Die überschaubare Anzahl der untersuchten Facebook-Gruppen macht die Forschung dabei etwas leichter, die Ergebnisse aber manchmal nicht belastbar.
Wettstein findet die erste Hypothese bestätigt. Die zweite Hypothese wird mit Blick auf die Untersuchungsergebnisse verworfen. Die Hypothese 3a wird nicht bestätigt und die Hypothese 3b kann nur unter Vorbehalt (geringe Belastbarkeit der Daten) beibehalten werden.
Ich bin nicht kompetent genug, um die Forschung von Wettstein zu bewerten. Ich hoffe, ich habe den Ablauf der Untersuchung korrekt beschrieben. Spannend sind die Schlüsse, die Wettstein zieht.

„Die Ergebnisse weisen damit darauf hin, dass es sich bei Facebook-Gruppen um eine Form der politischen Partizipation handelt, bei der nicht die Gruppenbildung und Versammlung im Vordergrund steht, sondern die Größe der Gruppe und die Botschaft, die mit einem Beitritt an das soziale Netzwerk versandt wird. [..] Die FG [Facebook-Gruppen, Anm. der Bloggerin] sind damit nicht als digitales Gegenstück zu Interessengemeinschaften, sondern als Pendant von Stoßstangen-Aufklebern oder Anstecknadeln zu verstehen. Entsprechend sinkt auch die Bereitschaft, sich nach dem Beitritt aktiv für die Ziele der Gruppe einzusetzen, ….“ (Wettstein S. 19)

Was kann das nun für den Kulturbereich heißen?

Auch im Kulturbereich sind Funktionen von Petition und Signal sowohl offline als auch online bekannt und wahrscheinlich wichtig. All die tausend Facebook-Freunde oder Gruppenmitglieder von MoMa, Mozart oder ETH-Bibliothek in Zürich, Stabi Berlin setzen hauptsächlich ein Signal. Ein Signal an die Welt oder ihren Freundeskreis oder ein Signal für das eigene Persönlichkeitsprofil, dass man Kultur bzw. diese Kulturinstitution für wertvoll hält. Dass die Zahl der Mitglieder einer Facebook-Gruppe auch wirklich Beteiligung und Engagement bedeutet, möchte ich – auch auf Grundlage von Wettsteins Untersuchungsergebnissen – anzweifeln. Die Funktion von Facebook-Gruppen mag Dialog unterstützen, die tatsächliche Nutzung und Nutzungsabsicht der Gruppeninitiatoren und –mitglieder ist (meistens) keine dialogische Kommunikation.

Ein geübter Soziologe oder Kommunikationswissenschaftler kann das sicherlich besser und wissenschaftlich fundierter formulieren als ich.

Literatur:

Martin Wettstein: Politische Partizipation über soziale Netzwerkdienste

In: MedienJournal : Zeitschrift für Kommunikationskultur 34(2010)3

Seite 4 – 21

3 comments to Facebook-Gruppen statt T-Shirt-Botschaften

  • Unterscheidet Wettstein denn zwischen der FB-Seite und der FB-Gruppe? Ich kann mir gut vorstellen, dass das, was Du hier im Blogpost zusammenfasst, für FB-Seiten durchaus gilt. Du bringst ja auch einige Beispiele aus dem Kunst- und Kulturbereich. Gruppen funktionieren aber etwas anders, finde ich, sie sind wesentlich partizipativer als die Seiten. Die Inhalte kommen von unterschiedlichen Gruppenmitgliedern und die Zahl derer, die sich aktiv beteiligt, ist größer als auf einer FB-Seite.

  • wehweh

    Hallo Christian,

    Wettstein hat tatsächlich nur (ganz bestimmte) Facebook-Gruppen untersucht. Ich habe in der Eile, eine Verbindung zu mir bekannten Kulturpräsentationen im Web Facebook-Seiten als Beispiel verlinkt.

    Als ich noch mehr bei Facebook unterwegs war, entsprach meine Nutzung sehr den Intentionen “Signal” und “Petition”. Ich kann mich also in den Wettstein´schen Ergebnissen wiederfinden bzw. kann auf Anhieb Beispiele im Kulturbereich nennen, die dem entsprechen. Mir ist klar, dass Facebook-Gruppen ganz andere Funktionen und Möglichkeiten bieten, dass Partizipation in Facebook-Gruppen stattfinden kann. Hast Du (öffentlich) einsehbare Beispiele.

    Wettstein hat halt für ein ganz bestimmtes Thema in einem bestimmten Zeitraum (Minarettverbot) die Aktivitäten von und Partizipation in Facebook-Gruppen verglichen. Für den Kulturbereich müssen wir uns wohl noch auf unsere individuelle Nutzungserfahrung verlassen.

    Wibke